Hermann Meier


 

Klavierwerke

 

 

 

 

Best Nr.:          

EWR 0001

 

Tonträger:

CD

 

Komponist:

Hermann Meier

 

Interpreten:

Dominik Blum, Klavier

 

 

 

 

 

 

 

Hermann Meier: Dodekafonist, Serialist, Avantgardist.

 

Geboren am 29.5.1906 in Selzach SO, aufgewachsen in Solothurn. Er lässt sich erst zum Primarlehrer ausbilden, verbringt seine ganze Berufszeit in Zullwil SO als Dorfschullehrer. Nebenbei nimmt er zwischen 1935 und 1949 Klavier-(bei Frau Leisinger), Orgel- und Kompositionsunterricht (bei Ernst Müller) an der Musikakademie Basel. Er erteilt Klavierstunden und leitet diverse Chöre.

 

In den Jahren 1948 und 49 ist er Schüler von Vladimir Vogel in dessen privaten Kompositionsklasse in Orselina TI. 1950 tätigt er einen Studienaufenthalt bei René Leibowitz in Paris. Er schreibt zuerst im dodekafonen Stil bis etwa 1952 (Klaviersonate) und wendet sich dann (zeitgleich wie die Darmstädter Komponisten) der seriellen Technik zu (die Klaviervariationen, Stücke 1956 und 1957). An den Darmstädter Ferienkursen hat er selbst nie teilgenommen, doch soll man dort von ihm gewusst haben...

 

In der Zeit um 1950 bemüht er sich um die Aufführung und Sendung seiner Werke. Davon zeugen zwei Orchesterleseproben (1949 Tonhalle Zürich mit Volkmar Andreae, 1951 Radioorchester Beromünster unter Erich Schmid, mit dem er befreundet war), ohne dass die Werke aber aufgeführt wurden. Vom Südwestfunk erhält er 1952 ebenfalls eine Absage.

 

Von da an schreibt er für sich und um der Sache Willen, und leistet keine Öffentlichkeitsarbeit mehr. Es entstehen Werke für Orchester (10 insgesamt!), Kammerbesetzungen, ein oder mehrere Klaviere, auch Hammondorgel.

 

Anfangs der sechziger Jahre beginnt er mit Clusterfeldern zu operieren, die er collageartig gegeneinandersetzt (Klavierstück 1968), ebenfalls stellt er Grafiken (etwa 200 sind erhalten) als Grundlage für die Kompositionen her, die in ihrem Erscheinungsbild an konkrete Kunst mahnen.

 

1968 besucht er Hermann Heiss in dessen elektronischem Studio in Darmstadt.1975 wird er von Hans-Peter Haller in die Technologie des Experimentalstudios des Südwestfunks (Heinrich Strobel Stiftung) in Freiburg i. Br. eingeführt, wo er 1976 seine elektronische Studie für Zweikanaltonband realisiert, für die er am 10.12. den Werkpreis des Kantons Solothurn erhält.

 

Er komponiert bis Ende der achtziger Jahre (Klavierstück 1987, ein Bläserquintett 1989), er fertigt Grafiken bis in die frühen Neunziger hinein, bevor er altershalber die Arbeit aufgeben muss. Seine Skizzen, Visionen, Kommentare und Tagebücher zeichnet er zeitlebens mittels Stenografie auf. Noch heute spricht er von neuen Klangschichten und -Ballungen, die er hört, aber nicht mehr finden könne. Er plädiert für das Nachvornesehen in der Kunst. Er hat sich zeitlebens mit modernster Malerei und Philosophie beschäftigt.