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(Oboe) |
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Best Nr.: |
EWR 0401 |
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Tonträger: |
CD |
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Komponist: |
Antoine Beuger ; John Cage |
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Interpretin: |
Kathryn
Gleasman Pisaro, Oboe |
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Selten wird die unser ganzes Tun
umgebende Stille so gegenwärtig wie hier. Hier rückt in den Vordergrund, was
sonst durch unsere Alltagstätigkeiten verdeckt und nur erfahrbar ist, wenn
wir uns erlauben, die Stille die jedem Handeln, jedem Klang zugrunde liegt,
zu erfühlen. Die ruhige Gegenwart der Töne in calme
étendue (oboe) gibt dem Hörer ein ähnliches Gefühl wie das stetig
kreisende Licht eines Leuchtturms in der Nacht - ein Gefühl der Erdung. Alle
acht Sekunden markiert die Oboe die Welt der gestalteten Klänge: drei
Sekunden Klang, fünf Sekunden Stille. Nach einer Folge solcher Markierungen
bekommt die Stille wieder das Sagen. Man hat das Gefühl, wieder aufs offene
Meer zuzusteuern, wo Stille herrscht. Die Subtilität der in diesem Stück
ausgeführten Klänge wurde von einem ausgesprochen alltäglichen Aspekt der
Oboenspielpraxis abgeleitet: die meisten Oboisten fügen, wenn sie Töne
spielen, die nur einige Finger benötigen, Klappen weiter unten am Instrument
hinzu um auf diese Weise ganz feine Abänderungen der Tonhöhe oder der
Klanqualität zu erzeugen. Durch diese subtilen Farb- und
Tonhöhenschattierungen entstehen in calme étendue (oboe) Klänge
von einer schwerelosen, betörenden
Schönheit. Auch die Zwischenspiele (interludes)
in John Cages Music for One sind betörend, auch sie benutzen
abweichende Tonhöhen und Farben. Cage verwendet mikrotonale Modulationen,
Dämpfer und Obertongriffe um die Klänge subtil zu schattieren und umgibt die
Tongruppen mit viel Stille. Obwohl lange Töne und kurze Phrasen die Komposition
pointieren, bleiben die melodischen Schmuckstückchen, die überall auftauchen
am meisten im Gedächtnis. Sie zeigen Cages melodische Begabung. Vielleicht
ein Vermächtnis seiner frühen Liebe zu Edvard Grieg? Diese Melodien schaffen
je eine eigene kleine Welt. Die orientalischen Schattierungen, die entstehen,
wenn die Oboe zwischen zwei Tonhöhen gleitet, die elefanteske Qualität der
lauten tiefen Töne, die manische Energie der letzten explosiven Phrasen, die
traurige Anmut, wenn ein Abschnitt in einem langsameren Tempo gespielt wird:
all diese musikalischen Feinheiten repräsentieren eine Facette der
kompositorischen Persönlichkeit von John Cage, die sich normalerweise nicht
so offenbart. Kathryn Gleasman
Pisaro |
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