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Kammermusik |
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Best Nr.: |
EWR 9605 |
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Tonträger: |
CD |
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Komponist: |
Alfred
Zimmerlin |
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Interpreten: |
Dünki / Frey
/ Aeschbacher / Capt / Hefti / Moster |
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Die drei Stücke dieser CD sind
insofern aufeinander bezogen, als Alfred Zimmerlin hier die beiden
gegensätzlichen Bereiche seiner musikalischen Tätigkeit, nämlich die des
improvisierenden Interpreten und jene des vorschreibenden Komponisten
zusammenzuführen versuchte und in gewisser Weise auch zum Thema der
Kompositionen machte. |
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Im Clavierstück 4 läßt sich
z.B. gut hören, wie sich Zimmerlin von Abschnitt zu Abschnitt relativ
einfache und deshalb auch wahrnehmbare kompositorische Probleme stellt.
Vieles wirkt hier so, als wollte der improvisierende Musiker einige Probleme,
die ihm beim Spielen immer wieder begegnen, sich mal aus der Nähe anschauen. |
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Im Klavierstück 5 hat
Zimmerlin einen Teil des Klaviers mikrotonal umgestimmt. Mit den sich hieraus
ergebenden Intervallen entsteht ein ständiges Spiel zwischen Nähe und
Fremdheit, zwischen Verführung und Abstoßung. Wenn sich bei diesem
riesenhaften Klavierstück so etwas wie ein metaphysisches Schauern einsteIlt,
dann deshalb, weil wir jede Handhabe, jede Einordnungsmöglichkeit verlieren
und uns nur noch im eigentlichen Sinne des Wortes auf die Musik selber; und
hier: auf den einzelnen Moment verlassen können. |
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Die Erfahrungen des improvisierenden
Cellisten Zimmerlin sind am deutlichsten ins Klarinettenquintett eingeflossen,
weil er hier als Komponist das zu erreichen versucht, was bei improvisierter
Kammermusik fast selbstverständlich gegeben ist: ein Nebeneinander
verschiedener Zeitebenen. Sehr schön läßt sich das am Schluß zeigen, bei dem
sich die Instrumente langsam aus dem Kontext herauslösen und in sich selbst
zu drehen beginnen. In dieses monadische Kreisen hinein erklingt per
Lautsprecher der in einem anderen Raum aufgenommene Anfang des Stückes, wo
mit lmpulsklängen ein extremes ,,Zusammen" herrscht und eine
individuelle Zeitfreiheit abwesend ist. Die wohl wichtigste Spannung großer
Kammermusik nämlich jene zwischen Autonomie und ihrer Auflösung im Zusammen
wird bei diesem Schluß zugleich eingelöst und neu geschaffen. |
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