Schwebungen. Melodie. Klänge. Melodie?


 

Musik von Wolff, Lucier, Schlothauer und Frey

 

 

 

 

Best Nr.:          

EWR 9608

 

Tonträger:

CD

 

Komponist:

Lucier / Wolff / Schlothauer / Frey

 

Interpreten:

Jürg Frey, Klarinette

 

 

 

 

 

 

 

SCHWEBUNGEN

 

In ,,In Memoriam Jon Higgins" von Alvin Lucier begegnen sich die Schwingungen eines stabilen Klarinettentons und die eines sich unmerklich langsam aufwärts bewegenden elektronisch erzeugten Sinustons. Aus dem Zusammentreffen dieser Wellen entstehen Schwebungen. Sie werden weder von der Klarinette, noch von dem Tongenerator erzeugt. Was sich hier tut, tut sich ganz von alleine: dazwischen.

 

 

 

MELODIE

 

Christian Wolff entdeckte schon früh, daß jede Klangfolge früher oder später den

 

Charakter einer Melodie annimmt, das heißt: als irgendwie zusammenhängende Bewegung erscheint. Dieses ,,irgendwie" bestimmt seine Musik ,,Irgendwie" sind seine Stücke immer Melodien.

 

Sie werden meistens ,,irgendwie" von existierenden Songs abgeleitet Und immer wieder gibt es Geräusche, die ,,irgendwie" auch dazugehören.

 

 

 

KLÄNGE

 

Burkhard Schlothauer sucht in ,,aus atem" nach den Millionen Klängen, die zwischen Geräusch und Ton möglich sind. Möglichst statische Klänge, die nichts sein sollen, als eigenlebendiges Material. Damit sie die gleiche Achtung erfahren können erhält jeder Klang Raum, in dem vorher/nachher vergessen werden kann.

 

 

 

MELODIE?

 

Melodie taucht auch immer wieder auf in den Kompositionen von Jürg Frey. Anders als bei Christian Wolff ist es bei ihm, als würde er mit der Melodie ein fast stilles Gespräch führen. Als würde er der Melodie, die doch so gerne reden möchte, klar machen wollen, daß es ,,mit Schweigen gesprochen wird". ,,Aber wie schweigen?", scheint die Melodie zu antworten. Der Komponist läßt die Melodie dann doch noch mal zu Wort kommen, die Melodie hingegen findet fast zum Schweigen.