Für mindestens
vier Mitspielende
Motto:
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Die Starrheit der Natur ist überwunden – Da dringt, blauhart, das Auge ein in ihr Gesetz, Die Erdrinde – wie närrisch ihre Schichten, Und aus der Brust bricht Stöhnen: hartes Erz. Ein tauber Embryo, er dehnt sich weiter, Gleichsam ein Weg, gekrümmt zu einem Horn – Den Raum verstehen will er, seine innre Fülle, Und darauf Blütenblatt und Kuppelform. |
Прeoдoлeв зaтвeржeннocть
прирoды, Гoлубoтвeрдый
глaз прoник в ee
зaкoн, В зeмнoй корe юрoдcтвуют
пoрoды, И кaк рудa из
груди рвeтcя
cтoн. И тянeтcя
глухoй
нeдoрaзвuтoк, Кaк бы дoрoгoй,
coгнyтoю в рoг, - Пoнять
прocтрaнcтвa
внутрeнний
избытoк
И лeпecткa и купoлa
зaлoг. |
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(Osip
Mandel’štam, Oktave IX, Januar 1934, Übertragung: Ralph Dutli) |
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Materialien:
In diesen
Konzepten wird mit Klangflächen gespielt. Eine Klangfläche ist
ein eine Weile gleichmässig ausgehaltener Klang (Ton, Geräusch,
Klanggemisch...). Die Klangfläche kann auch aus einzeln wahrnehmbaren
Teilen zusammengesetzt sein (wie z.B. ein Triller), wobei aber der Eindruck
einer strukturierten Fläche, nicht einer wiederholten Figur entstehen soll.
Auch wenn die Klangfläche in sich unregelmässig strukturiert sein kann,
ist sie von ihrem Anfang bis zu ihrem Ende gleich – es darf innerhalb derselben
Klangfläche nicht der Eindruck einer irgendwie gerichteten Entwicklung,
sondern nur der eines gleichbleibenden Zustandes entstehen, sofern nicht eine
entsprechende Spielregel eines Konzeptes etwas anderes verlangt.
Alle bereiten
eine Palette aus 2 Klangflächen vor. Jede dieser Klangflächen
soll in zwei Varianten zur Verfügung stehen, indem sie in jeweils einer, aber
möglichst nur einer der folgenden Eigenschaften variiert wird:
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Eigenschaft |
entweder |
oder: |
Lautstärke
|
lauter |
leiser |
|
Klangfarbe |
heller |
dunkler |
|
Tonhöhe(n) |
höher |
tiefer |
|
Dichte |
dichter |
lockerer |
|
Lage |
enger |
weiter |
|
Struktur |
glatter |
rauer |
|
„Geräuschhaftigkeit“ |
mit
bestimmter(n) Tonhöhe(n) |
„geräuschhafter“ |
Alle
Mitspielenden verfügen also über eine Palette von 4 Klangflächen
(je 2 Paare).
Zur Realisierung
der Konzepte Rand und Meridian muss direkt aus Gemälden von Bernhard
Schiesser gelesen werden. Konzipiert wurden die Stücke für die Gemälde LAON und HB. Sie können aber
auch auf andere geeignete Gemälde, eventuell auch anderer Künstler oder
Künstlerinnen, angewendet werden.
Werden alle drei
Konzepte realisiert, ist die Reihenfolge entsprechend der Nummerierung
verbindlich.
1. Schichten und
Filtern
Jemand beginnt
mit einer Klangfläche. Die Mitspielenden können diese mit einer eigenen Klangfläche
überlagern, diese erste dadurch leicht oder stark verändernd, kontrastierend
oder ergänzend, durchscheinen lassend oder verdeckend.
Die
Mitspielenden improvisieren dergestalt gemeinsam Klanggemische, indem
sie ihre Klangflächen überlagern oder herausfiltern.
Die Dauern und
die anderen Eigenschaften dieser Klanggemische können ähnlich, oder sehr
verschieden sein. Sie sollen aber immer variieren – es sollen keine Klanggemische
wiederholt werden.
Es dürfen auch
Pausen entstehen.
Das Spiel kann
nach ca. vier bis sieben verschiedenen Klanggemischen beendet, oder über
längere Zeit fortgesetzt werden. Um Wiederholungen zu vermeiden, sollte
allerdings nicht länger gespielt werden, als das bereits Gespielte noch
erinnert werden kann.
2. Rand
Wo in den Gemälden zwei Farbflächen aneinander stossen, scheint häufig
eine tiefer liegende Farbschicht deutlicher hervor.
Alle
Mitspielenden lesen unabhängig voneinander sehr ruhig, aber kontinuierlich
fliessend einem solchen Rand entlang. Sie geben den unregelmässigen
Verlauf der hervortretenden und wieder verschwindenden Farbe mit einem
entsprechenden dynamischen Verlauf einer Klangfläche wieder.
Vertikal verlaufende Ränder
können von unten nach oben oder von oben nach unten, horizontal verlaufende Ränder von links nach rechts oder
von rechts nach links gelesen werden.
Ablauf:
Jemand beginnt mit dem Spiel. Die anderen Mitspielenden lesen in ihrem
Tempo von einer Ecke (Startecke) des Bildes ausgehend einem Bildrand entlang, der senkrecht zu
ihrem gewählten Rand verläuft. Haben sie ihren Rand erreicht,
beginnen sie mit dem Spiel. Dabei soll die Startecke so gewählt werden,
dass die Distanz Startecke - Rand kleiner ist als die Distanz Rand
zum gegenüberliegenden Bildrand. Der Einsatzpunkt der Mitspielenden ist also
umso später, je näher der gewählte Rand in der Bildmitte liegt.
3. Meridian
Alle
Mitspielenden lesen unabhängig voneinander sehr ruhig, aber kontinuierlich
fliessend einer individuell gewählten, imaginären Linie (Meridian)
entlang, die in einem Bild mit vertikalen Streifen horizontal, in einem solchen
mit horizontalen Streifen vertikal durch das Bild verläuft.
Sie geben den
unregelmässigen Verlauf von unter den obersten Farbschichten liegenden,
stellenweise hervortretenden und wieder verschwindenden Farben mit einem
entsprechenden dynamischen Verlauf von Klangflächen wieder. Es dürfen
maximal 4 verschiedene solcher Farben mit jeweils verschiedenen Klangflächen
dargestellt werden.
Vertikal verlaufende Meridiane
können von unten nach oben oder von oben nach unten, horizontal verlaufende Meridiane von links nach rechts
oder von rechts nach links gelesen werden.
Ablauf:
Jemand beginnt mit dem Spiel. Die anderen Mitspielenden lesen in ihrem
Tempo von einer Ecke (Startecke) des Bildes ausgehend einem Bildrand entlang, der senkrecht zu
ihrem gewählten Meridian verläuft. Haben sie ihren Meridian
erreicht, beginnen sie mit dem Spiel. Dabei soll die Startecke so
gewählt werden, dass die Distanz Startecke - Meridian kleiner ist als
die Distanz Meridian zum gegenüberliegenden Bildrand. Der Einsatzpunkt
der Mitspielenden ist also umso später, je näher der gewählte Meridian
in der Bildmitte liegt.